Munay: Das Herzzentrum und die bedingungslose Liebe im schamanischen Weg

In der Welt des Schamanismus hat die Andentradition tiefgreifende Bedeutungen und Rituale, die unser physisches und energetisches Selbst mit dem Universum verbinden. Eines der Hauptelemente dieser Tradition ist das Herz, das auch als das Zentrum von Munay bekannt ist. Doch was ist Munay und wie funktioniert es?

Munay ist das Quechua-Wort für „Liebe“ und „bedingungslose Liebe“. Aber seine Bedeutung reicht weit über diese simplen Übersetzungen hinaus. Es ist eine Lebenskraft, die tief in uns verwurzelt ist und die Fähigkeit repräsentiert, bedingungslose Liebe, Sanftmut und Demut gegenüber allem Lebendigen zu entwickeln. Dieses Bewusstsein umfasst auch die Selbstliebe, eine wichtige Voraussetzung, um inneren Frieden und Harmonie zu erlangen.

In der Andentradition wird unser Körper durch drei Hauptzentren repräsentiert: Herz, Kopf und Bauch. Jedes dieser Zentren ist ein wesentlicher Bestandteil der Verbindung, die wir mit der Erde und dem Kosmos haben. Das Herz, oder Sonqo, befindet sich in der Mitte des Brustbeins und ist ein heiliger Tempel in uns, eine Quelle für die Energie von Munay. Es ist der Ort, an dem unser „Lichtsamen“ beginnt zu leuchten und sich als Brücke zwischen Kosmos und Erde entfaltet.

Doch wie kann man Munay in seinem Leben leben? Es geht darum, deinen einzigartigen „Nektar“ zu produzieren. Dieser Nektar, auch Nukch’u genannt, ist die Energie, die du durch deine Fähigkeiten, Gaben, Eigenschaften und seelischen Qualitäten mit der Welt teilen kannst. Dieser Nektar entsteht durch Dankbarkeit, Freude, Mäßigung emotionaler Eskapaden und vor allem durch Selbstliebe und das Bewusstsein des eigenen Selbst. Wenn du aufhörst, anderen gefallen zu wollen, und beginnst, in dir selbst Bestätigung zu suchen, produzierst du deinen eigenen Nektar.

Der schamanische Weg ist nicht nur eine Praxis, sondern ein Lebensstil. Er lehrt uns, unsere innere Stärke zu entdecken und zu nutzen, und uns auf die Dinge zu konzentrieren, die uns von Natur aus liegen. Dies ist ein zentraler Aspekt von Munay: das Entdecken und Umarmen deiner inneren Stärke.

Wenn du dich auf dem schamanischen Weg befindest, wird dein Herzfutter zum bevorzugten Nektar des Kolibris. Der Kolibri, ein archetypischer Wegweiser für unseren seelischen Weg, trinkt gerne aus deinem einzigartigen Nektar. Er trinkt keine „schwere Energie“ (Hucha). Wenn der Kolibri von deinem Herzfutter trinkt, bedeutet das, dass du auf deinem Weg bist.

Es gibt viele Wege, den schamanischen Weg zu erkunden und zu erfahren. Eine Möglichkeit ist der Schamanische Kreis, die Medizin der Trommel, ein Angebot, das dich tief in die Praktiken und Rituale der Andentradition führt.

Insgesamt ist Munay ein außergewöhnlich kraftvolles Konzept, das uns dabei helfen kann, uns selbst besser zu verstehen und uns auf unserem Weg zu führen. Es erinnert uns daran, dass bedingungslose Liebe, Selbstliebe und die Entdeckung unserer inneren Stärke uns dabei helfen können, unser eigenes Licht zu finden und zu leuchten.

Ob du nun bereits in der schamanischen Praxis verwurzelt bist oder neu auf diesem Pfad bist, Munay bietet dir eine tiefgründige und bedeutungsvolle Richtschnur. Indem du die Prinzipien von Munay in dein Leben integrierst, wirst du nicht nur deine Verbindung mit dir selbst stärken, sondern auch deine Verbindung mit der Welt um dich herum und dem Kosmos, der uns alle verbindet.

Wenn du Fragen zu Munay hast, schreibe Jan gerne eine Nachricht an jan@anjaliyoga.de

Jan Wolk, Yoga Lehrer & Ausbilder, Milz Projektor, V+P+K-, geboren 1978 in München, hat vor mehr als 20 Jahren den Hatha Yoga Weg für sich entdeckt und sich sofort sehr wohl gefühlt. Als Yogalehrer im Rahmen der zweijährigen Bausteinausbildung von Yoga Vidya ausgebildet, verliebt in Yin Yoga mit Shanti Wade & Yin Yoga: The Functional Approach mit Paul Grilley, anfangs besonders dem Jnana Yoga, Vedanta und Raja Yoga zugewendet. Weiter ausgebildet als Spiritueller Heiler und Ayurveda Gesundheitsberater bei Janavallabha das von Veda Vid und als Breathwork Facilitator bei lichtatmung.de. Heute ein Fan von euroaffektiver Meditation nach Marianne Bentzen, Trauma-informiertem Raum-Halten und der Kraft des eigenen Atems. Von 2016 bis 2022 leitete Jan zusammen mit Lisa das Anjali Yoga Studio mit einem offenen Stundenplan in Hamburg und unterrichtet weiter für Anjali Yoga Ausbildungen im Yoga, Meditation & Breathwork, Präventionskurse und bildet Yogalehrer/innen aus. Seit 2003 lebt er mit seiner Frau Lisa zusammen in Hamburg. Sie haben 2 tolle Kinder im Alter von 14 und 12 Jahren.

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